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Rasse der Hobbits Für Diskussionen über die Rasse der Hobbits

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Old 13-11-2007, 08:53 PM   #1 (permalink)
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An welche Götter, Gottheiten, Geister glauben die Hobbits ?

Oder verehren sie die Götter der grossen Leute da sie ja auch ihre Sprache Westron sprechen ?
 
Old 13-11-2007, 11:36 PM   #2 (permalink)
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Cathryn's Avatar
 
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Um es kurz zu machen und nicht in theologische Feinheiten zu verfallen:

Es gibt keine unterschiedlichen Gottheiten der (freien) Völker.
Für alle gibt es Ilúvatar (Eru) und die Valar.
In der Zeit in der wir spielen gibt es allerdings kaum noch eine religiöse Verehrung... mehr einen Volksglauben - z.B. die bitte an einen bestimmten Valar für besseres Wetter, bessere Ernteerträge, oder ein Kind. Aber auch das ist eher nicht die Regel.
Ein "Bei Aule" oder "Die Valar mögen uns beistehen" hat ungefähr soviel religiöse Tiefe wie ein zwergisches "Bei Durins Bart".

Da es keine Priesterschaft und keine Kirchen/Tempel gibt, ist selbst das Wissen um die Valar bei Menschen und Hobbits "unserer Zeit" nicht besonders tief verwurzelt (bei Menschen natürlich durchaus abhängig von Bildung und Umfeld).

An Religion grenzende Verehrung findet man "in unserem Mittelerde" eher nur noch im Umfeld der "bösen". Früher Melkor (ehemals ein Valar), jetzt Sauron (ursprünglich einer der Maiar und Melkors eifrigster Gefolgsmann).

Um mehr über die "Schöpfungsgeschichte" zu erfahren oder die einzelnen Valar empfehle ich "Das Silmarillion".
Bei alldem ist immer große Sorgfalt und ein behutsamer Umgang mit dem Wissen angebracht. Die Bewohner Mittelerdes wissen viel viel viel weniger, als wir aus den Büchern erfahren dürfen (ein paar wirklich alte Elben mal ausgenommen *schmunzel*).
 
Old 14-11-2007, 02:03 PM   #3 (permalink)
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Ich stimme Cathryn weitgehend zu, insbesondere in Hinblick auf die Hobbits. Die Hobbits haben praktisch keine Praxis der Religion, also keine religiösen Kulte. Gleiches gilt auch für die meisten Menschen. Zwar glauben die Menschen wie die Hobbits auch an den Schöpfergott Eru Ilúvatar, dieser wird jedoch nicht kultisch verehrt. Es ist eine Art Deismus. Menschen und Hobbits glauben zwar, dass Eru der Weltenschöpfer ist, aber sie nehmen an, dass er im Folgenden keinen direkten Einfluß mehr auf seine Schöfpung nimmt. Also gibt es für sie wenig Grund ihn kultisch anzurufen und zu verehren.

Eine gewisse Ausnahme bilden dabei die Dúnedain, die Abkömmlinge der Menschen aus Númenor. Sie verehren den Schöpfergott Eru Ilúvatar. Das geht zurück auf die Tage der Númenorer im Zweiten Zeitalter. In jener Zeit fungierte der König als Hohepriester, der an bestimmten Festtagen des Jahres (Frühlingsfest, Mittsommerfest, Herbstfest) den heiligen Berg Meneltarma bestieg und dort in einer religiösen Zeremonie Gott Eru feierlich anrief.

Mit dem Untergang Númenors ist auch dies untergegangen. Erst unter der neu begründeten Herrschaft der Könige durch Aragorn (im kommenden 4. Zeitalter) kommt es zu einem Wiederaufleben der Verehrung Eru Ilúvatars unter den Menschen. Neben Eru genießen auch die die Valar, besonders Manwe, Orome und Varda (Elbereth ist ihr Name auf Sindarin, der im 3. Zeitalter gebräuchlichen Sprache der Elben) bei den Dúnedain einige Verehrung. Nicht ganz im Sinne von Göttern, eher in der Art, wie Katholiken Heilige anrufen.

Am religiösesten im eigentlichen Sinne sind die Elben. Sie verehren natürlich den Schöpfergott Eru Ilúvatar, daneben aber auch noch in besonders inniger Weise die Valar, und dabei ganz besonders Varda, also Elbereth. Die Elben kennen auch noch im 3. Zeitalter eine besondere Stätte der Vehrung Elbereths, nämlich 3 alte Elbentürme auf den Bergen der Emyn Beraid (Turmberge). Der Gebirgszug der Emyn Beraid liegt westlich des Auenlandes. Der Elbenfürt Gil-galad erbaute dort drei weiße Türme. Im höchsten dieser drei Türme, Elostrion mit Namen, wurde im 3. Zeitalter ein Palantir, einer der "sehenden Steine", verwahrt. Der Stein im Turm Elostrion war nach Westen, in die Unsterblichen Lande im Westen Ardas gerichtet.

Im Dritten Zeitalter, dem Zeitalter des Ringkriegs, also die Zeit, durch die wir uns bewegen im Spiel, pilgerten viele Elben zum Turm Elostrion um durch den Palantir nach Westen in die Unsterblichen Lande zu blicken. Mitunter wurden sie dann mit einer Erscheinung Elbereths belohnt, die vom Berg Oiolosse aus nach Mittelerde blickt. In Zeiten größter Not wird von den Elben bevorzugt Elbereth angerufen.

A Elbereth Gilthoniel
silivren penna míriel
o menel aglar elenath!
Na-chaered palan-díriel
o galadhremmin ennorath,
Fanuilos, le linnathon
nef aear, sí nef aearon!

A Elbereth Gilthoniel
o menel palan-díriel,
le nallon sí di'nguruthos!
A tiro nin, Fanuilos!

Oh Elbereth Sternenentfacherin,
weiß-funkelnd wie Juwelen senkt sich
der Glanz der Sterne vom Himmel!
In weite Ferne habe ich geschaut
von den baumbestandenen Landen Mittelerdes,
zu Euch, Fanuilos*, will ich singen
diesseits der See, hier diesseits des Meeres!

Oh Elbereth Sternenentfacherin
Die Du vom Himmel in die Ferne schaust,
zu Euch rufe ich nun im Schatten des Todes!
Oh schaue zu mir, Fanuilos!


*Fanuilos bedeutet auf Sindarin "Immer-Weiß" und ist einer der Titel bzw. Namen, mit denen die Elben Varda/Elbereth ehren.

Last edited by Tindaril; 14-11-2007 at 02:46 PM.
 
Old 14-11-2007, 08:41 PM   #4 (permalink)
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Besten Dank

das es die gemütlichen Halblinge nicht so mit dem Beten haben dachte ich mir schon .

Ich hatte eigentlich auch im Silmarion gesucht und nicht viel zum Thema Götter gefunden, speziell zu den Hobbits gar nichts.

So gesehn hatte wohl Tolkien eine recht atheistische Einstellung bei der Schaffung seiner Welt. Eigenlich erstaunlich da alle auch nur halbwegs entwickelten Zivilisationen sich ja Tempel erbauen und Religionen annnehmen.
 
Old 15-11-2007, 08:36 AM   #5 (permalink)
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Klar haben wir Hobbits eine Religion....

Wir verehren Blaubeerküchlein.... Wir nehmen diese 5 mal am Tag ein

Grüße
 
Old 15-11-2007, 09:30 AM   #6 (permalink)
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Quote:
Originally Posted by GeDa
So gesehn hatte wohl Tolkien eine recht atheistische Einstellung bei der Schaffung seiner Welt.
das gegenteil ist der fall, in tolkiens welt handeln die goetter und sind nicht transzendent. theistischer geht es doch garnicht.

Quote:
Originally Posted by GeDa
Eigenlich erstaunlich da alle auch nur halbwegs entwickelten Zivilisationen sich ja Tempel erbauen und Religionen annnehmen.
es gibt keinen grund fuer eine religion des glaubens wenn die existenz der goetter doch wissen ist. wer braucht priester, wenn die goetter unter den menschen wandeln.
 
Old 16-11-2007, 08:59 AM   #7 (permalink)
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@GeDa:

wie du das Silmarillion bedenken kannst, ohne auf Götter zu stoßen, ist mir nicht klar. Das Silmarillion beginnt mit einer Schöpfungsgeschichte, die um den einen Gottvater kreist (Illuvatar, eine Allegorie des Monotheistischen Gottes), darunter aber einen Pantheon von niederen Göttern und Engeln/Dämonen (beides Maiar) ansiedelt. Die niederen Götter nehmen durchaus direkt teil an der Geschichte der Welt, einer (der erste natürlich, Melkor, später bekannt als Morgoth) als Inkarnation des Bösen, der Rest als Tugendbolde. Nachdem diese sich mehrfach geprügelt und die Welt dabei beschädigt haben, wird Melkor verbannt (ins übliche Nirgendwo^^), und die Götter ziehen sich aus der Welt zurück, nehmen nicht mehr direkt aktiv teil.

Sie nehmen aber indirekt teil durch die Maiar: Sauron auf der einen Seite, Gandalf, Saruman und die anderen Istari auf der anderen Seite (und irgendwo auch Tom Bombadil.. und auch Kankra ist wohl ein Maiar).

Richtig, der Herr der Ringe kennt keine direkten Schilderungen praktizierter Religiosität. Atheistisch ist die Geschichte indes nicht, und Tolkien war keinesfalls Atheist. Im Gegenteil, er war gläubiger Katholik (in England eine kleine Minderheit). Er war offenbar kein Missionar - seine Werke sind nicht dazu ausgelegt, vorrangig Leute zu belehren oder bekehren (auch, wenn sie eine starke humanistische Botschaft tragen, die letztlich im Glauben wurzelt).

Meine Meinung: es gibt wenig bis keine Referenzen zu Priestern etc., richtig. Das muß aber nicht heissen, daß es im Tolkien-Universum diese nicht gibt (speziell in den späteren Zeitaltern und bei den Menschen - die Elbenreligion ist eigentlich sehr einfach: sie gehen halt irgendwann zu den Ewigen Landen). Es gibt sehr vieles, was Tolkien eben NICHT beschrieben hat (geschweige denn detailliert). Seine Beschreibungen der politischen und wirtschaftlichen Strukturen sind sehr begrenzt. Architektur? Kultur? Nich wirklich.

Es wird ja gerne kolportiert, daß Tolkien so eine tolle, umfassende Welt erschaffen hat. Das ist richtig, denn die Welt ist toll. Aber sie ist eben NICHT im Detail beschrieben und endgültig festgelegt.

schau zb mal http://www.herr-der-ringe.ws/wiki/Melkor - oder lies das Silmarillion~

Last edited by DorianHawkmoon; 16-11-2007 at 09:05 AM.
 
Old 16-11-2007, 07:21 PM   #8 (permalink)
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Danke DorianHawkmoon, du hast einen sehr schönen Post verfasst.

Tolkien hatte ein langes Leben, und hat viel mehr geschrieben, als viele kennen. Wer weis, was er noch geschrieben hätte, wäre es nicht gestorben ?

Ich denke Tolkien hatte eine lebhafte Phantasie und viele Kenntnisse über die Entwicklung der Menschheit, dem Tierreich, und den Kulturen, die sich auf unserer Erde befanden. Daraus hat er sich sicher ein komplettes Universum erschaffen, mit allem, was dazugehört. Nur um all das aufzuschreiben, braucht es mehr als ein Leben.

Aber vielleicht wollte er es gar nicht aufschreiben. Vielleicht wollte er genau in diesen kritischen Bereichen Platz für eigene Gedanken lassen. Mancham ist es nicht wichtig was man sagt/schreibt, sondern was man nicht sagt/schreibt.

Ich denke es ist sogar von Vorteil, dass keine Religion bestehen. Sie würden uns, und unsere Gedanken im Spiel eventuell mehr einschränken, als wir wirklich wollten.

Grüße
 
Old 17-11-2007, 06:48 PM   #9 (permalink)
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Aus dem weitgehenden Fehlen einer religiösen Praxis, also einem Kult der Gottesverehrung in Form von Riten und anderen Praktiken, darf man nicht schließen es gäbe im Herrn der Ringe bzw. in Mittelerde keinen religiösen Glauben. Ganz im Gegenteil. Tolkien selber hat sich dazu mehrfach in verschiedenen Briefen geäußert und dabei recht klare Worte gefunden, besondern in einem Brief an den Jesuitenpater Robert Murray aus dem Jahr 1953. Darin schreibt er:

"Der Herr der Ringe ist natürlich ein fundamental religiöses und katholisches Werk, zuerst unbewusst, aber dann bewusst in der Überarbeitung. Aus diesem Grund habe ich in dieser imaginären Welt praktisch alle Hinweise auf so etwas wie Religion, Kulthandlungen oder religiöse Praxis entweder überhaupt nicht hineinfließen lassen oder nachträglich entfernt. Denn das religiöse Element ist in der Geschichte und der Symbolik aufgegangen. ... Ich habe mich absichtlich bei allen Anspielungen auf die höchsten Dinge auf Andeutungen beschränkt, die nur der Aufmerksame erkennen kann, oder sie unter unerklärten symbolischen Formen gehalten. Darum kommen Gott und die 'engelhaften' Götter, die Herren oder Mächte des Westens, nur an manchen Stellen kurz zum Vorschein, wie in Gandalfs Gespräch mit Frodo: 'Im Hintergrund war noch etwas anderes am Werk, das über die Absicht des Ringschöpfers hinausging'; oder in Faramirs númenórischem Danksagungsritus beim Essen."

Schon recht bemerkenswert, dass er, Tolkien, ganz bewusst religiöse Praxis und Kulte etc. aus dem Herrn der Ringe heraushielt, eben weil er der Meinung war, es wäre die ganze Geschichte an sich schon fundamental religiös.

Last edited by Tindaril; 17-11-2007 at 06:50 PM.
 
Old 18-12-2007, 12:04 PM   #10 (permalink)
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Nun, Religiös ist es in Mittelerde nicht nicht.

Religion bedingt Glauben, in Mittelerde wissen die Bewohner das es die Götter gibt. Die Valar sind kein Glaubenskonstrukt.

Der Religiöse von heute nimmt die Existenz und Wirksamkeit einer solchen Macht oder solcher Mächte an.
 
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