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Rasse der Zwerge Für Diskussionen über die Rasse der Zwerge

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Old 24-04-2008, 12:12 AM   #1 (permalink)
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Die Idee zu diesem Thread ist, möglichst alles wichtige Wissen über Tolkiens Welt zusammenzusammeln, das ein Zwergen-Spieler braucht, wenn er seinen Zwergen rollengerecht darstellen möchte. Ich bitte euch also, auch dazu zu posten, was ihr für wichtiges Allgemein-Wissen eines tolkienschen Zwergs des dritten Zeitalters haltet

Zwerge sind nicht nur wie die meisten Völker vorwiegend an ihren eigenen Angelegenheiten interessiert, sie sind auch laut Tolkien Geheimniskrämer, was die Dinge ihres Volkes angeht. Sie haben ihre geheimen Zwergen-Namen, die sie keinem Nicht-Zwerg jemals verraten (!), und sprechen unter sich ihre eigene Sprache; Khuzdul.

Dennoch halten sich Zwerge nicht dabei zurück, die Werke der Hände ihres eigenen Volkes schwärmerisch zu beschreiben Sie selbst nennen sich übrigens "Khazâd", die Elben wiederum nennen die Zwerge "Naugrim" = die Kurzgewachsenen, oder "Gonnhirrim" = die Herren der Steine oder Nogothrim (Zwergenvolk).

1. Zeit:
wir schreiben ingame (laut Turbine ist die Zeit "eingefroren") im Hauptspiel das Jahr 3018 des Dritten Zeitalters und Zwerge verwenden auch diese allgemein übliche Zeitrechnung.

Im Lotro-Intro für die Zwerge erlebt man als bereits erwachsener Zwerg die Abfahrt Thorins, das war laut Tolkien allerdings schon im Jahr 2941 und ist somit 77 Jahre her. Wer seinen Zwerg nicht so alt sein lassen möchte, kann diese Vorgeschichte als Traum, als Erzählung durch andere oder einfach als ungeschehen betrachten

2. Sprache und Schrift:
Zwerge sprechen im allgemeinen die Gewöhnliche Sprache, das Westron, das alle freien Völker lernen. Die geheime alte Sprache der Zwerge nennt sich Khuzdul. Sie ist heute eher eine gelehrte Sprache als eine Wiegensprache, die Zwerge hüten sie wie einen Schatz der Vergangenheit und gebrauchen sie fast ausschließlich unter sich. Nur wenigen Angehörigen anderer Völker ist es je gelungen, Khuzdul zu lernen (!), die Zwerge lernten statt dessen schon in alter Zeit rasch die Sprachen der Elben als auch später die der Menschen, und beherrschen ebenso deren Schrift.

Hier ein link zum Khuzdul-Wörterbuch auf deutsch: http://www.naugrim.de/hdr-buecher/khuzdul/khuzdul-5.php Für den Film von Peter Jackson wurde außerdem auch ein "Neu-Khuzdul" erfunden, das noch mehr pseudo-zwergische Begriffe beinhält, aber nicht tolkienschen Ursprungs ist: http://www.naugrim.de/hdr-buecher/khuzdul/khuzdul-6.php

Schrift: laut Tolkien ist die Runenschrift (auch Certhas oder Cirth genannt) keine Schrift, die nur Zwerge benutzen! Im Gegenteil wurden die Runen laut Silmarillion und Anhänge zum HdR genauso wie die normale Schreibschrift (Tengwar oder Tíw - die Buchstaben) von den Elben erfunden und von einem elbischen Gelehrten namens Daeron verfeinert und erweitert zu dem sogenannten Angerthas Daeron - Runenalphabet http://www.angerthas.de/angerthas-daeron.htm Die Zwerge fügten lediglich Bedeutungsveränderungen und neue Laute hinzu, um ihre Sprache damit ausdrücken zu können - es existieren zwei zwergische Abwandlungen der Angerthas; eine für Moria http://www.angerthas.de/angerthas-moria.htm, und eine für Erebor http://www.angerthas.de/angerthas-erebor.htm

Die Zwerge erfanden allerdings auch noch die Mondbuchstaben und schrieben sie mit silbernen Federn. Es sind Runen, die nur gelesen werden können, wenn der Mond hinter ihnen steht. Bei den verzwickten muß der Mond von der gleichen Form und es muß die gleiche Zeit sein wie an dem Tag, an dem sie geschrieben wurden.

wichtige Worte und Phrasen in Khuzdul von zuverlässigen Quellen:
* Khazâd = Zwerge, das Zwergenvolk
* Khazâd ai-mênu! = Die Zwerge sind über Euch!
* Mahal = Schöpfer, Erschaffer, der Macher = zwergischer Name für den Valar Aulё, der die Zwerge schuf
* Uzbad = Herr
* Burk = Axt
* Rakhâs = Orks (Mehrzahl)
* Rukhs = Ork (nur einer)
* Sigin-tarâg = Langbärte
* Tarâg = Bärte
* Dûm = Binge, Bergwerk, Halle, Wohnstätte
* Tharkûn = Stab-Mann = Gandalf
* Gunud = Untertagebau, Ausschachtung, Tunnel
* Gundu = unterirdische Halle
* Gathol = Festung
* Zahâr = Burg
* Zâram = See, Teich
* gabil = groß
* Felak, felak = 1. Spitzhacke, 2. Steine behauen
* felek = Felsen bearbeiten
* Iglishmêk = eine geheime Zeichensprache der Zwerge (!)

Manchmal trifft man ingame auf ein erfundenes Khuzdul, das ich für das gegenseitige Verständnis einfüge, damit ihr nicht als Zwergenspieler dumm dasteht, wenn ihr damit konfrontiert werdet (Quelle: http://www.geocities.com/khazadium/language.html ):

Gamut manan - guten Tag
Gamatu yenet menu - schön, Euch zu treffen
Vemu ai-menu (oder auch Vem / Vemu & Name des Angesprochenen) - Grüße/seid gegrüßt!
Caku men Rasp? - wie geht es Euch?
Rasup men - es geht mir gut
Rasup ogamut men - ich fühle mich nicht wohl
Rasup gamut - Auf bald
Tak yemu - bis später
Gamut melik - gute Reise
Tak khaz meliku suz yenetu - bis sich unsere Wege wieder kreuzen
Hurun ganat - ruht wohl
Tan matu selek lanun naman - Möge eure Esse hell brennen
Bundul menu denapdul - Eure Worte sind wahr
Menu denapdul - Ihr seid ehrenhaft
Gazardul menu ked gamelu pethem - Eure Weisheit gleicht dem Alter des Steins
Targ menu bundul gazaru - Euer Bart spricht für eure Weisheit
Menu sigim bundul - Ihr seid größer als Worte (es beschreiben können)
Ekespu menu men o targu men - Ihr bedeutet mir mehr als mein Bart
Rukhsul menu - Sohn/Tochter eines Orks!
Khagun/Khagam menu penu rukhs - Eure Mutter/Euer Vater war ein Ork
Gelek menu caragu rukhs - Ihr riecht wie Orkdung
Khagam menu penu shirumund - Euer Vater hatte kein Bart
Ozirum menu seleku - Ihr könnt nicht einmal einen Löffel schmieden
Men gajamu - ich entschuldige mich (es tut mir leid)
Men kemgu gajum menu - Eure Entschuldigung wird akzeptiert
Remenu! - zu den Waffen!
Khayamu! - zum Sieg!
Khayum Thane Khazadu! - Sieg dem König der Zwerge!
Khaham - Klan
Khahay - Familie
Khagan - Mutter
Khagam - Vater
Gamul Khagam - Großvater
Gunud - Höhle
Pemb/Kemb/Pend - Dörfchen/Dorf/Stadt
Khuzd / Khazadul - Zwerg / die Zwerge
Khulum / Khalam / Khalamdul - Elb / Elben / die Elben
Burm / Buram / Buramdul - Mensch / Menschen / die Menschen
Rukhas / Rukhasdu - Orks / die Orks
Gorog - Bier
Gorah - Alkohol
Goraz - Ale (obergäriges Bier mit wenig Kohlensäure)
Garan - Lager-Bier (untergäriges Bier, durch Reifung schmackhafter - Pils oder Märzen)
Goroj - Met (fermentierter Alkohol aus Honig, Wasser und Hefe)
Keld - Wein
Khelum - schwach (Bier)
Kheluz - stark (Bier)

Last edited by Angerthas; 16-12-2008 at 11:33 AM.
 
Old 24-04-2008, 12:15 AM   #2 (permalink)
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3. Ort:
es gibt in der Charaktererstellung folgende Herkunftsorte für Zwerge zu wählen:
a) Ered Luin - das Blaue Gebirge
b) die Eisenberge
c) Erebor - der einsame Berg
d) Ered Mithrin - das graue Gebirge
e) Ered Nimrais - das weiße Gebirge

Was sollten Zwerge über diese Orte wissen? Grundsätzlich würde ich vorschlagen, daß ein Zwerg über seinen eigenen Herkunftsort auch die alten Geschichten/Legenden aus dem ersten oder zweiten Zeitalter kennen sollte, aber nicht unbedingt die sehr alten Geschichten über die anderen zwergischen Orte wissen muß.

a) Ered Luin - das Blaue Gebirge, wo Thorins Hallen stehen

Die Ered Luin sind das einzige Heimatgebiet der Zwerge von denen, die zur Auswahl stehen, die auch wirklich derzeit ingame zu sehen/erleben sind.

Die blauen Berge hatten bei der Erschaffung von Arda mit einem alten grauen Gebirge im Süden einen westlichen Wall gebildet, so wie die "roten Berge" (Orocarni) und die "gelben Berge" einen östlichen Wall bildeten; die beiden Wälle waren durch die Eisengebirge nördlich miteinander verbunden gewesen, von denen nur die Eisenberge und der Einsame Berg heute noch übrig sind. Die ganze Gebirgs-Symmetrie wurde durch Morgoth noch vor dem Erwachen der Elben und noch bevor Sonne und Mond existierten, zum Zusammenbruch gebracht.

Im ersten Zeitalter waren die Ered Luin noch eine sehr lange und bedeutende Gebirgskette von Norden nach Süden gewesen, die Eriador von Beleriand vor dessen Zerstörung trennte. Sieben Flüsse entsprangen dem blauen Gebirge ursprünglich in Beleriand an der westlichen Seite und das Land zum Westen war als Ossiriand, später als Lindon, bekannt. Man nannte die Ered Luin daher auch Ered Lindon.

http://www.lord-of-angmar.de/Beleriand.jpg

Die lange Gebirgskette wurde jedoch während des Krieges der Valar gegen Melkor (Morgoths alter Name - der "Böse" unter den Valar, den "Göttern" von Mittelerde) zerbrochen und das Meer brach durch. Aus dem Fluß Luhn wurde der Golf von Luhn, an dessen Spitze die grauen Anfurten von Mithlond erbaut wurden, wo heute noch Círdan, der "Schiffsbauer" lebt, ein wichtiger Elbenfürst.

Im zweiten Zeitalter von Melkors/Morgoths Gefangenschaft gab es im Ered Luin zwei alte Zwergenstädte: Gabilgathol (von den Elben "Belegost" genannt) und Tumunzahar (von den Elben "Nogrod" genannt).

Die Zwerge von Belegost waren berühmt für ihren Sieg gegen die Drachen in der "fünften Schlacht" Nirnaeth Arnoediad, und die Zwerge von Nogrond sind auf unschönere Weise bekannt, weil sie den Elbenfürsten Elu Thingol Graumantel (Elwe Singollo) im Streit getötet und gegen sein Reich Doriath Krieg geführt hatten.

Belegost und Nogrod wurden um das Jahr 40 des Zweiten Zeitalters von den Zwergen verlassen. (Mehr weiter unten in einem Absatz speziell über Belegost und Nogrod.)

Was heute als "Thorins Tor" und "Thorins Halle" bekannt ist, wurde von Thráin II (2644-2850, aus Durins Geschlecht) im Jahr 2802 ganz neu gegründet, nachdem er mit einer kleinen Schar an Gefolgsleuten vom Einsamen Berg im Norden des Drachen Smaugs Überfall (im Jahr 2770) entkommen war.

Mit Thráin kamen auch seine Söhne Thorin II Eichenschild (2746-2941) und Frerin (2751-2799) sowie seine Tochter Dís (geboren 2760, die einzige Zwergenfrau, die mit Namen bekannt ist). Im Exil nahm die Zahl der Zwerge langsam zu, auch durch wandernde, heimatlose Zwerge, die von Thrain und Thorin gehört hatten und sich ihnen anschlossen - aber es gab sehr wenige Frauen unter ihnen.

Im blauen Gebirge ist vor allem Eisen zu finden, aber kaum oder gar keine Edelmetalle. Es geht den Zwergen im Ered Luin zwar gut auf ihre Weise, ihre Warenbestände sind auch recht groß, aber die ursprüngliche und eigentliche Heimat von vielen von ihnen ist der Einsame Berg Erebor, der ihnen vom Drachen Smaug weggenommen worden war.

Der Einsame Berg gehört mittlerweile seit Winter 2941 jetzt auch wieder den Zwergen und wird öfter mal von den besten Zwergen-Handwerkern besucht. Von dort her können nu auch die Zwerge von Thorins Hallen Edelmetalle und andere Waren erhalten.

Last edited by Angerthas; 31-12-2008 at 09:44 AM.
 
Old 24-04-2008, 12:17 AM   #3 (permalink)
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b) Ered Engrin, die Eisenberge weit im Osten

Die Eisengebirge waren in alten Tagen von Morgoth/Melkor aufgeworfen worden, als Schutzwehr für seine Burg Utumno. Dort hatte Morgoth viele Ungeheuer von verschiedener Gattung und Gestalt gezüchtet und auch Balrogs um sich geschart. Die Eisengebirge verbanden die blauen Berge (Ered Luin) im Westen mit den Roten Bergen (Oocarni) im Osten. Sie standen in einem großen Bogen an den Grenzen zu den Regionen des Ewigen Eises. Die Valar überwältigten schließlich Morgoth und seine Burg Utumno, die Länder im hohen Norden wurden durch den Krieg verwüstet und sogar die Form von Mittelerde geändert.

Jedoch entkam Morgoth später seiner Gefangenschaft und grub unter dem Eisengebirge einen großen Tunnel und am südlichen Ausgang ein gewaltiges Tor. Über dem Tor stapelte er aus Asche, Schutt und Schlacke im gebogenem Wall der Eisengebirge die schwarzen Donnertürme von Thangorodrim, einer gewaltigen Festung. Mit Eis und Schnee waren die Eisengebirge für ihn wie eine große, unüberwindliche Mauer vor seinem Land Angband. Morgoth ließ auch die Berge selbst Flammen ausspeien sowie Feuer aus Erdspalten quellen, und er entfachte in Gruben gewaltigen, stinkenden Qualm, von wo sie die Lande rundhum bis hinein in die schönen Elbenherrschaftsgebiete vergifteten.

Endlose Jahre lang führte Morgoth von dort aus Krieg gegen die Elben, später auch gegen die Menschen und Zwerge. Erst das Heer der Valar konnte ihn erneut niederwerfen, nachdem Earendil die Valar um Hilfe gebeten hatte. Das war das Ende des Ersten Zeitalters. Die ganze Gebirgskette wurde im Krieg zwischen den Valar und Melkor auseinandergerissen und verändert.

Die Überbleibsel der Eisengebirge, die Eisenberge (im Englischen "iron hills" genannt, im Gegensatz zu den früheren "iron mountains") sind jetzt östlich der Einsamen Berge (und Thal) gelegen. Aus ihnen entspringt der Fluß Rotwasser, der durch Eisen im Wasser gefärbt wird und in den Fluß Eilend mündet, der ins Meer von Rhun fließt. Die Eisenberge sind eins der sieben Königreiche der Zwerge und wurden ungefähr 2500 des dritten Zeitalters von Grór, Sohn von Dáin I, gegründet, nachdem die Zwerge aus den westlichen grauen Bergen und aus dem Süden vertrieben worden waren durch Attacken von Eisdrachen, die die Reichtümer der Zwerge begehrt und geraubt hatten.

Ein Drachenüberfall hatte auch König Dáin I das Leben gekostet. Der jetzige Zwergen-König Dáin Eisenfuß II, der unterm Einsamen Berg lebt, stammte aus den Eisenbergen, herrscht auch weiter über sie vom Einsamen Berg aus. Er kam nach dem Tod des Drachen Smaug dorthin zum Einsamen Berg, um Thorin Eichenschild 2941 in der Schlacht der fünf Heere bei Thal zu unterstützen.

Die Eisenberge sind reich an Mineralien, besonders natürlich Eisen, aber Edelmetalle sind dort ebenfalls eher selten. In den Eisenbergen leben viele von Durins Volk, nicht selten der "edelste" Zweig der Zwerge genannt. Aus den Eisenbergen stammte nach Grór auch dessen Sohn Náin, der durch den allen Zwergen bekannten Ork Azog getötet wurde und Dáin II, der Sohn Náins, der wiederum Azog tötete und so sehr berühmt unter den Zwergen wurde.

(Nach Dáin IIs Tod im noch kommenden Ringkrieg wird sein Sohn Thorin III Steinhelm als König unterm Berg über Erebor und die Eisenberge nachfolgen, der auch nach Gimlis Empfehlung in Helms Klamm eine neue Zwergensiedlung gründen wird - aber das weiß freilich zur Zeit der Handlung von LotrO jetzt noch niemand.)

Last edited by Angerthas; 07-05-2008 at 08:46 AM.
 
Old 24-04-2008, 12:18 AM   #4 (permalink)
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c) Erebor - der einsame Berg östlich des Nebelgebirges

Erebor ist ein einzeln stehender Hunderte von Meilen von anderen Gebirgen entfernter Berg mit einer bis weit in den Frühling hinein schneebedeckten Spitze, östlich des Nebelgebirges. Er ist vermutlich ein Überbleibsel der zerstörten alten Eisengebirge. Der eigentliche Einsame Berg mißt nach Schätzungen ungefähr zehn Meilen im Durchmesser, er hat aber einige lange Ausläufer. Sein großer Südausläufer endet in einer Anhöhe, die den Namen Rabenberg trägt. An seinem südlichen Fuß am Fluß Celduin (auf Deutsch Eilend bzw. "das Eilige Wasser") befand sich vor langer Zeit die Menschenstadt Thal oder Dal in einer weiten Talfläche, wo das Eilige Wasser eine Schleife beschreibt. Weiter südlich im Langen See steht auf kräftigen Pfählen die Seestadt Esgaroth mitten im Wasser.

Nachdem der Drache Smaug den Berg in Besitz genommen hatte, hatte sich die Gegend (laut dem Buch "der kleine Hobbit") stark verändert - Erdbeben hatten sich ereignet, sowie große Überschwemmungen und Wolkenbrüche, die die Sümpfe und Moore am See sich ausbreiten hatten lassen und die einst sicheren Wege verschoben hatten. Die Gegend um den Berg war vom Drachen selbst verwüstet worden, nur zerborstene und verkohlte Stümpfe waren von den einstmals grünen Landen übrig geblieben. Erst nach der Schlacht der fünf Heere 2941 wurde die Gegend wiederhergestellt, Dal/Thal wurde wieder besiedelt und ist heute wohlhabend.

Erebor wurde die Heimat von Durins Volk, nachdem es von Khazad-dûm vertrieben worden war. Thráin I der Alte (1934-2190) entdeckte dort den Arkenstein, ein berühmtes faustgroßes Juwel. Sein Sohn, Thorin I (2035-2289), verließ den Berg, um in den grauen Bergen anzusiedeln, da dort große Reichtümer gefunden worden waren. Drachen plünderten jedoch die Hallen der Zwerge und vertrieben sie.

Nach dem "kleinen Hobbit" kam Durins Volk von Norden später (um 2600 herum) wieder nach Erebor und die Zwerge entdeckten unter dem Großvater von Thorin Eichenschild, (König) Thrór, im Einsamen Berg eine ganze Menge Gold und viele Edelsteine. Die Zwerge errichteten im Berg hohe Gewölbe, Werkstätten und viele Stollen. Sie wurden reich und Thrór wurde König unter dem Berg, der mit Hochachtung von den Menschen behandelt wurde. Die Zwergenschmiede stellten nicht nur exzellente Klingen, Rüstungen, Schnitzereien und Metallgegenstände her, sondern auch Zauberspielzeuge, die bis heute nirgendwo sonst mehr auf der Welt zu finden sind.

Viele Zwerge im Ered Luin erinnern sich der grausamen Vertreibung durch Smaug, auch wenn sie sie selbst nicht miterlebt hatten - denn Zwerge haben ein gutes Gedächtnis für Dinge, die ihnen angetan wurden. Smaug war wohl von den als märchenhaft beschriebenen Schätzen der Zwerge angelockt worden, die sie aus den Erzen und Edelsteinen des Berges hergestellt und erhandelt hatten - so glaubte zumindest Thorin Eichenschild. Es mögen aber noch zwei andere Faktoren mitgespielt haben: Sauron hegte einen Haß auf Durins Volk, da sie im Jahr 1695 im zweiten Zeitalter gegen ihn gekämpft und sich in Moria verschanzt hatten. Und zweitens: Thrór besaß, was allgemein nicht bekannt (!) ist, einen der großen Zwergenringe, der wohl auch den Untergang seines Besitzers heranzog.

Im Jahr 2770 des dritten Zeitalters kam jedenfalls besagter Smaug, ein sehr alter und verschlagener Drache, von den drachenbewohnten grauen Bergen im Norden herunter und überfiel Dal/Thal sowie die Zwergensiedlung im Einsamen Berg. Er tötete unzählige Menschen und Zwerge, danach ließ er sich im Berg nieder und lebte dort auf den zusammengehäuften Reichtümern der Zwerge.

Thrór (2542-2790), dessen Sohn Thráin II (2644-2850) konnte mit seinen zwei Söhnen Thorin Eichenschild und Frerin, sowie seiner Tochter Dís, entkommen und mit einer gar nicht so kleinen Gefolgschaft an ebenfalls überlebenden Zwergen im blauen Gebirge eine Zuflucht in der "Verbannung" gründen - heute als Thorins Hallen bekannt.

Thorin Eichenschild (wie im "kleinen Hobbit" beschrieben) konnte Jahre später im Frühwinter 2941 mit seinen Gefährten, darunter Bilbo Beutlin und auch Gandalf dem Grauen, des Drachen Smaugs Tod (durch den Menschen Bard aus der Seestadt) herbeiführen und den Einsamen Berg für die Zwerge zurückfordern. Jedoch starb Thorin bei der gleich darauf folgenden Schlacht der fünf Heere gegen die Orks und Warge.

Daher regiert jetzt Dain II Eisenfuß in Erebor als König unterm Berg, der von den Eisenbergen her zu Thorins Unterstützung für die Schlacht der fünf Heere mit einer großen Gefolgschaft angereist war. Inzwischen ist Thal wiedererrichtet worden und die Zwerge in Erebor sind wieder sehr wohlhabend, auch die Menschen haben ihre Freundschaft mit den Zwergen erneuert.

Sicher wissen es nicht alle Zwerge dort, aber vielleicht einige: vor erst einem Jahr gelangte ein reitender Bote aus Mordor mitten in der Nacht ans Tor von Erebor und rief König Dain II Eisenfuß heraus. Er bedrängte ihn und seine engsten Vertrauten mit Fragen nach Hobbits - von welcher Art diese seien und wo sie wohnten. Aber die Zwerge gaben keine Antwort.

Der Bote erbat "als Zeichen der Freundschaft", daß die Zwerge den "Dieb" finden sollten und ihm einen kleinen Ring abnehmen sollten, den "unbedeutendsten aller Ringe", den er einst gestohlen hatte. Dafür versprach der Bote, daß den Zwergen drei der Großen Ringe der Zwergenfürsten zurückgegeben werden sollten und auch Moria. Allein Nachrichten über den Dieb, ob er noch leben würde und wo, sollten reich belohnt werden und die Freundschaft von Sauron sichern. Aber eine Weigerung würde böse Konsequenzen haben.

Der Atem des Boten war wie das Zischen einer Schlange, als er fragte: "Weigert ihr euch?", und allen in der Nähe lief es kalt den Rücken hinunter. Aber der kluge Dáin II verweigerte eine Antwort und sagte, er müsse darüber nachdenken. Zwei weitere Male schickte er den Boten weg, aber dieser sagte, er würde noch vor dem Jahresende ein letztes Mal wiederkehren.

Die Zwerge wissen, daß der Schatten wächst und näherzieht. Und manche wissen auch, daß der Bote ebenso zu König Brand in Thal kam, der vom Osten her von Menschen im Dienste Saurons bedroht wird und nun in Bedrängnis ist. Wegen dieser Geschehnisse wurden Glóin und sein Sohn Gimli nach Bruchtal gesandt, um Elronds Rat zu suchen.

Last edited by Angerthas; 30-12-2008 at 11:21 PM.
 
Old 24-04-2008, 12:18 AM   #5 (permalink)
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d) Ered Mithrin, das graue Gebirge

Das graue Gebirge ist ein Überbleibsel der Eisengebirge (Ered Engrin) im Norden von Rhovanion (mit dem Düsterwald drin). Nördlich davon liegt Forodwaith, früher Dor Daidelos genannt.

Die grauen Gebirge sind weit älter als das Nebelgebirge. Der Gundabadberg ist der höchste Gipfel der Gebirge, an seinem westlichen Ende, von hier soll Durin, der Unsterbliche, der älteste aller Zwerge, gekommen sein. Das östliche Ende der Ered Mithrin war in zwei Äste gesplittet, dazwischen lag ein Gebiet namens "die dürre Heide", wo es noch Drachen geben soll, die weiter dort brüten.

Das graue Gebirge war von Durins Volk mit Höhlen besiedelt worden, aber bis zum dritten Zeitalter hin wurden alle zwergischen Festungen und Behausungen von Drachen überfallen oder von den Zwergen aus anderen Gründen verlassen. Seit dem zweiten Zeitalter war statt dessen Moria groß und prächtig geworden, viele Zwerge wanderten dorthin, weil es sicher und wohlhabend war.

Im Jahr 1980 im dritten Zeitalter aber wurde der Zwergen-Herrscher Durin VI in Moria von einem Balrog, "Durins Fluch" genannt, erschlagen, als die Zwerge zu tief unter Barazinbar nach mithril gegraben hatten (das von Jahr zu Jahr schwerer zu gewinnen war) und damit den Balrog aus seinem Schlaf geweckt hatten. Dieser Balrog war wohl einer der wenigen überlebenden Balrogs aus Thangorodrim in Angmar gewesen, als es von den Valar gesäubert worden war. Ein Jahr danach tötete der Balrog auch noch Náin I, den Sohn von Durin VI. Das Volk der Zwerge in Moria wurde entweder vernichtet oder mußte fliehen.

Thráin I. (1934-2190) siedelte sich in Erebor an und brachte es zu großem Wohlstand, aber sein Sohn Thorin I (2035-2289), zog von Erebor aus mit seinem Gefolge zurück ins Graue Gebirge. Dort sammelten sich dann mit der Zeit sehr viele von Durins Volk, denn die Berge waren noch immer erzreich und ihrer Größe wegen auch wenig erforscht. Sie fanden auch bald größere Reichtümer.

Jedoch lebten noch immer Drachen in den Ödlanden dahinter. Nach vielen Jahren wurden diese Drachen wieder stark und vermehrten sich; sie führten Krieg gegen die Zwerge und plünderten ihre Bergwerke. Schließlich wurde Dáin I. zusammen mit Frór, seinem zweiten Sohn, im Jahr 2589 an den Türen seiner Halle von einem großen Kaltdrachen erschlagen.

Daraufhin verließen die meisten von Durins Volk das Graue Gebirge wieder. Grór, Dáins Sohn, ging mit vielen Zwergen zu den Eisenbergen, aber Thrór, Dáins Erbe, kehrte mit Borin, seines Vaters Bruder, und dem Rest des Volkes nach Erebor zurück. Thráin I. (1934-2190), Náins Sohn, war dort im Einsamen Berg König unter dem Berg gewesen. Und der Erzhandel blühte, auch zwischen ihnen und ihren Verwandten in den Eisenbergen. Es leben heute nicht mehr viele Zwerge im grauen Gebirge.

Last edited by Angerthas; 07-05-2008 at 08:49 AM.
 
Old 24-04-2008, 12:19 AM   #6 (permalink)
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e) Ered Nimrais, das weiße Gebirge

Der Sindarin-Name "Ered Nimrais" heißt eigentlich "Weißhorn-Gebirge", das "Weiß" bezieht sich auf die gletscherbedeckten höchsten Gipfel. Das Gebirge erstreckt sich im Süden des Nebelgebirges von Ost nach West zwischen Rohan und Gondor. Zwischen einem nördlichen Ausläufer und dem Nebelgebirge liegt die Pforte von Rohan mit Isengart darin. Am östlichen Ende ist die gondorische Hauptstadt Minas Tirith in den Mindolluin-Berg eingegraben. Leuchtfeuer von Gondor sind auf sieben Gipfeln des weißen Gebirges plaziert.

Die weißen Gebirge sind so hoch, daß sie selbst in diesen südlichen Gefilde noch im Sommer Schnee tragen, was bedeutet, daß sie sehr hoch sind. In alten Zeiten waren die weißen Gebirge von gedrungenen Menschen bewohnt gewesen, die sich Drúedain nannten und heute in Gondor "wilde Menschen" genannt werden. Bedauerlicherweise werden sie von den Reitern von Rohan als Feinde angesehen und gelegentlich sogar gejagt.

Es werden keine bekannten Pässe über das weiße Gebirge erwähnt, außer den äußerst gefährlichen Pfaden der Toten, die praktisch niemand jemals benutzt. Diese Pfade und Tunnel beim Hargtal wurden im zweiten Zeitalter von Menschen erbaut, Verwandten der Dunländer, die Sauron dienten. Sie hatten gute Steinmetz-Fähigkeiten und es sind alte Statuen von ihnen bei Dunharg erhalten, die wilde Menschen zeigen und "Puckelmänner" genannt werden.

Diese steinbearbeitenden Menschen hatten Gondor und Isildur Treue beim Kampf gegen Sauron geschworen, betrogen ihn aber und wurden verflucht. Seither spuken sie als Untote oder Geister dort herum und werden "Eidbrecher" genannt. Die Pfade der Toten werden gesäumt von den zwei Gipfeln Irensaga (Eisensäge) und dem gletschergekrönten Starkhorn.

Am Hargtal liegen auch der Dwimorberg und am Tunneleingang zu den Pfaden der Toten der Dimholt-Wald. Vom Starkhorn aus fließt der Fluß Schneeborn durch die Ostfold bis in die Entwasser. Zum Talausgang hin liegen zwei Siedlungen, Unterharg und Hochdorn. Am Hargtal liegt die Feste Dunharg, sie wurde von Gondor genutzt, später von Rohan, und war eine wichtige starke Fluchtburg. Dunharg war nur über eine schmale Straße in Serpentinen über einen steilen Felshang hinauf erreichbar und so leicht zu verteidigen. An jeder Kurve standen die alten Statuen der Puckelmänner oder auch Púkel-Menschen.

Die Hallen der Zwerge in den Ered Nimrais sind im Südwesten und grenzen an die Länder von Andrast - eine Halbinsel. Andrast ist auch als "langes Kap" oder "Ras Morthil" bekannt, im Prinzip ein Teil von Gondor, aber nicht von Númenórern bewohnt, sondern von Stämmen der Drúedain und anderen wilden Menschen, vermutlich (aber nicht sicher) den freien Völkern feindlich gesinnt.

Last edited by Angerthas; 07-05-2008 at 08:53 AM.
 
Old 24-04-2008, 12:20 AM   #7 (permalink)
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4. allgemeine Charaktereigenschaften von Zwergen: (was nicht heißt, daß euer spezifischer Charakter sich daran halten muß!)

Die Zwerge sind ein zähes und zumeist starrsinniges Geschlecht, verschlossen und fleißig. Sie haben ein gutes Gedächtnis für Kränkungen (und Wohltaten) an ihrer Rasse, ihren Herrschern und Orten, die ihnen wichtig sind. Die Zwerge lieben Steine, Edelsteine, Erz und die Dinge, die unter den Händen von Künstlern/Schmieden Gestalt annehmen; mehr als solche Dinge, die ihre eigene Lebendigkeit bewahren. Sie sind recht kriegerisch und kämpften auch früher schon gegen andere ihrer eigenen Rasse, aber sie sind nicht böse von Natur aus, und wenige dienten dem Feind jemals aus freien Stücken.

Im Dritten Zeitalter tauchte noch flüchtig etwas von der alten Art und Macht der Zwerge auf, wenngleich schon ein wenig verschwommen: sie sind die Nachkommen von Naugrim aus der Altvorderenzeit, in deren Herzen noch das alte Feuer von Aulё dem Schmied brennt und die Glut ihres einstigen Grolls gegen die Elben noch schwelt; und deren Hände noch eine Geschicklichkeit in Steinmetzarbeiten besitzen, die niemand übertroffen hat.

Von Anbeginn waren alle Naugrim ein kriegerisches Geschlecht, und erbittert kämpften sie gegen jeden, der ihnen schadete, ob gegen die Diener Melkors, Eldar, Avari oder wilde Tiere, und auch gegen ihre Stammesbrüder, die Zwerge von anderen Fürstensitzen. Jedoch ist es für sie nicht ungewöhnlich, bei der Erinnerung an schlimme Erlebnisse zu weinen und sich den Bart zu raufen. Zwerge hassen außerdem das Tosen des Meeres und fürchten sich vor seinem Anblick, sie sind keineswegs furchtlose kleine Berserker.

Tolkiens Zwerge sind durchaus sehr stolz auf ihre Bärte, sie trinken auch gern Bier und verwenden bevorzugt Äxte im Kampf. Aber andere Zwerge bevorzugen Wein (Portwein, Rotwein) oder Kaffee (kleiner Hobbit) oder andere Getränke vor dem Bier. Nur Tee scheint ihnen nicht sonderlich zu schmecken. Es ist nicht einmal eine Andeutung in Tolkiens Büchern zu finden, daß sich Zwerge nicht waschen oder daß sie weniger reinlich seien als andere Rassen! Sie schmieren sich auch keine seltsamen öligen, stinkenden Salben auf den Leib.

Tolkiens Zwerge sind nicht Tag und Nacht in ihre Kettenrüstung gekleidet und genausowenig gar ständig betrunken. Im Gegenteil tragen sie (im "kleinen Hobbit") bunte Kleidung und reichlich Schmuck, besonders goldene oder silberne Gürtel. Spazierstöcke sind bei ihnen ebenfalls keine Seltenheit. Zwerge sind dem Pfeifenkraut nicht abgeneigt, aber keineswegs süchtig danach; in Tolkiens Werken wird eher selten geraucht.

Zwerge sind nicht per se kampflüstern, es sei denn, sie haben einen guten Grund für einen Kampf wie eine Beleidigung oder etwas, das ihren Vätern oder überhaupt den Zwergen an sich angetan wurde - bzw. sie stehen ihren Erzfeinden, speziell den Orks, gegenüber. Ihre Kriege bereiten sie mehrere Jahre lang vor. Sie tragen in der Schlacht große Masken (Silmarillion) und stellen sich mutig sogar Drachen entgegen, auch wenn sie zahlreich dabei fallen.

Zwerge kämpfen auch ohne weiteres mit Schwertern oder (wie Thorin Eichenschild) mit Keulen oder Dolchen, und sie können sogar Bogenschießen. Viele Zwerge können verschiedene Instrumente spielen und tragen gern Werkzeug wie Hacken oder Spaten bei sich. Auch königliche Zwerge können schmieden, in Minen arbeiten oder beherrschen andere Handwerke.

Zwerge sind "Geheimniskrämer". Sie lernen schnell die Sprachen der anderen Völker und gebrauchen unter sich ihre eigene Sprache, die sie wie einen Schatz der Vergangenheit hüten, und sprechen nicht offen darüber wie Elben. Ihre geheimen und "verborgenen" Namen, ihre eigentlichen Namen, haben die Zwerge niemals einem Angehörigen einer fremden Rasse entdeckt. Sogar auf ihre Grabsteine schrieben sie sie nicht. Ruf-Namen wie "Gimli" sind alle menschlichen Ursprungs.

Nur sehr, sehr wenige Zwergenfreunde anderer Völker haben jemals Khuzdul gelernt, denn nur den engsten Freunden verrieten Zwerge zwergische Bezeichnungen (Gimli bespeispielsweise nennt Orte mit ihren zwergischen Namen seinen Gefährten gegenüber). Der Kriegsruf der Zwerge aber zumindest war nie geheim, sondern ist auf vielen Schlachtfeldern vernommen worden, seit die Welt jung war. Baruk Khazâd! Khazâd aimênu! "Äxte der Zwerge! Zwerge über euch!"

Moria nannten die Zwerge (und auch dieser Name wurde niemals geheimgehalten) "Khazad-dûm", Heim der Khazâd; denn dies ist ihr Name für ihre eigene Rasse und ist es immer gewesen, seit Aulё ihn bei ihrer Erschaffung in grauer Vorzeit ihnen gab.

Zwerge sind keine Helden, sondern geschäftskluge Leute mit einer sehr hohen Meinung vom Wert des Geldes. Einige sind ein hinterhältiges und verräterisches Volk. Andere sind nicht von diesem Schlag, wie Thorin und Kumpanei. Sie benehmen sich rechtschaffen, falls man nicht zuviel von ihnen erwartet. (Auszug aus dem "kleinen Hobbit": "Was die Zwerge angeht, so muß man zu ihren Gunsten sagen, daß sie Bilbo für seine Dienste wirklich gut bezahlen wollten. Sie hatten ihn mitgenommen, damit er für sie eine unangenehme Arbeit erledigte, und sie hatten nichts dagegen, wenn der arme kleine Kerl es dann auch tat. Ihrerseits würden sie ihr Bestes tun, um ihn aus Schwierigkeiten zu holen, wie sie es im Falle der Trolle am Beginn ihrer Abenteuer bewiesen hatten, und das sogar, ehe sie den geringsten Anlaß hatten, Bilbo gegenüber dankbar zu sein.")

Da sie in den Tagen der Herrschaft Melkors auf die Welt kommen sollten, schuf Aule die Zwerge zäh und ausdauernd. Deshalb sind sie steinhart, di-ckköpfig, unbeirrbar in der Freundschaft wie im Haß. Standhafter als alle andern sprechenden Völker ertragen sie Mühsal, Hunger und Wunden; und sie leben lange, viel länger als die Menschen, doch nicht ewig.

Zwerge sind äußerst immun gegen Krankheiten, auch Kahlheit ist bei ihnen unbekannt (!), nur Fettleibigkeit trat im hohen Alter durchaus auf. Zwerge können im Dunkel gut sehen. Sie können schlecht schleichen. Sie scheinen die Geräusche von bestimmten Tieren (z.B. Schleiereulen und Baumeulen) gut nachmachen zu können, da sie diese als Erkennungszeichen nutzen.

Von Anfang an waren die Zwerge von einer Art, die sich höchst beharrlich jeder Beherrschung widersetzt. Sie konnten zwar erschlagen oder verletzt werden, aber sie konnten nicht zu bloßen Schatten erniedrigt werden, die einem anderen Willen hörig waren. Die einzige Macht, die ein Ring über sie besaß, bestand darin, daß er ihre Herzen mit einer Gier nach Gold und Kostbarkeiten erfüllte, so daß ihnen, wenn sie diese nicht hatten, alle anderen Dinge nutzlos erschienen und sie Zorn und Rachedurst gegen alle empfanden, die sie der Schätze beraubten.

Die Zwerge wanderten nach der Zerstörung ihrer alten Wohnsitze viel umher, um Handel zu treiben und zu arbeiten; vor allem waren sie für ihre Schmiedekünste bekannt, besonders beim Härten von Metallen, und wegen ihrer Steinarbeiten.

Zwerge können sehr schnell laufen, wenn es sein muß, und auch sehr schwer tragen. Sie sind gute Wanderer und enorm ausdauernd, verglichen mit Menschen oder Hobbits. Sie reiten allerdings nicht gern auf sehr großen Pferden: "kein Zwerg hat jemals freiwillig ein Pferd bestiegen, noch jemals ein anderes Tier gezähmt, nicht einmal einen Hund."

Zwerge - und überhaupt Helden im tolkienschen Sinne - sind keine gefühllosen Macho-Berserker (früher war es z.B. nicht so verpönt wie heute, als Mann zu weinen, wie auch andere Literatur um 1900-1950 herum beweist), siehe diese Zitate: "wenn sie an die Schlacht von Azanulbizar (oder Nanduhirion in der Elbensprache) denken, schaudert es die Orks noch immer, und die Zwerge weinen." Der stolze Zwergenkönig Thorin erzählt freimütig und ohne Scham im "kleinen Hobbit": "Die wenigen von uns, die draußen waren, verbargen sich und weinten und verfluchten Smaug." Der stolze König Thráin weint, als er vom schmachvollen Tod seines Vaters erfährt.

Im "Herrn der Ringe" weint die ganze Gemeinschaft um Gandalf: "Der Schmerz überwältigte sie schließlich, und sie weinten lange: einige stehend und schweigend, einige hatten sich auf den Boden geworfen." Gimli empfindet große Furcht beim Betreten der Pfade der Toten, aber er überwindet sie, obwohl er zunächst mit Blindheit geschlagen wird und am Ende nur mehr kriechen kann...

Übrigens "lieben" Zwerge keineswegs dunkle Orte besonders - ihre Hallen sind hell ausgeleuchtet, und Gimli schwärmt im "Herr der Ringe" von diesen schönen Lichtern.

Last edited by Angerthas; 07-05-2008 at 09:18 AM.
 
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5. wichtige Fakten über die Zwerge:

* Herrscher der Zwerge:
Der derzeitige König unterm Berg in Erebor, der König der Langbärte, also auch der Zwerge von Thorins Halle und der Eisenberge, ist Dain II. Eisenfuß. Er ist derzeit bereits 251 Jahre alt und damit hochbetagt, aber noch sehr rüstig. Seine Hallen im Einsamen Berg sind märchenhaft reich, und viele Zwergenarbeiter haben dort große Kunst geleistet. Sie haben Hallen und unterirdische Straßen mit Bögen erschaffen, die gemeißelt sind wie Bäume, Terrassen und Türme auf den Hängen des Berges; und auch Thal/Dal, die Stadt am See unter dem Einsamen Berg wurde wieder hergerichtet durch zwergische Kunst mit vielfarbigen Steinpflastern, Wasserstraßen und schönen Bauten. Leider sind viele Geheimnisse der Metallarbeiten, Klingen und Kettenpanzer mit den zwergischen Meistern verloren gegangen, die Smaug getötet hatte, aber die Zwerge machen immerhin dennoch wieder gute Waffen.

Als Dáins II Stellvertreter und Thorin Eichenschilds Nachfolger sitzt in Thorins Hallen in den Ered Luin Fürst Dwalin auf Thorins altem Thron, auch er ist aus Durins Geschlecht.

Andere Zwerge, die nicht von Durins Volk sind, mögen ihre eigenen Herrscher haben, aber Tolkien erwähnt diese nicht. Viele dieser Herrscherlinien wurden durch Drachen, Orks und anderes Gezücht Saurons dezimiert und vielleicht auch ganz ausgelöscht.

* Zwergenfrauen:
Ja, es gibt sie, auch wenn sie ingame laut Turbine nicht als Spieler-Charaktere oder NPCs eingebaut sind. Dís, Thráins II. Tochter, ist die einzige Zwergenfrau, die in Tolkiens Geschichten mit Namen genannt wird. Sie war die Mutter von Fíli und Kíli, die im Ered Luin geboren wurden.

Gimli sagt, es gebe wenig Zwergenfrauen, wahrscheinlich nicht mehr als ein Drittel des ganzen Volkes. Zwergenfrauen sind selten unterwegs, es sei denn in großer Not. Und wenn sie auf eine Fahrt gehen müssen, dann sind sie, was ihre Stimme, ihr Äußeres und ihre Kleidung betrifft, den Zwergenmännern so ähnlich, daß Augen und Ohren anderer Völker sie nicht auseinanderhalten können. Das hat bei den Menschen die törichte Meinung aufkommen lassen, daß es keine Zwergenfrauen gebe und die Zwerge "aus Stein wachsen".

Daß es so wenig Frauen unter den Zwergen gibt, ist der Grund, warum sich ihr Geschlecht so lansgam vermehrt und in Gefahr ist, wenn sie keine sichere Bleibe haben. Denn Zwerge nehmen in ihrem Leben nur eine Ehefrau oder einen Ehemann und sind eifersüchtig, wie in allen Fragen ihrer Rechte. Die Zahl der Zwergenmänner, die heiraten, beträgt tatsächlich weniger als ein Drittel. Denn nicht alle Frauen nehmen einen Ehemann: manche wollen keinen; manche wollen einen, den sie nicht bekommen können, und nehmen deshalb lieber gar keinen. Was die Männer betrifft, so wünschen auch sehr viele von ihnen nicht zu heiraten, weil sie von ihrem Handwerk so in Anspruch genommen sind.

In "The War of the Jewels" (zweiter Teil des neueren Silmarillions) steht: "Die Naugrim waren immer, wie sie es auch jetzt noch sind, kurz und gedrungen von Gestalt; sie waren tiefbrüstig, mit starken Armen und kräftigen Beinen, und ihre Bärte waren lang. Tatsächlich ist es eigenartig, daß weder Menschen noch Elben jemals einen bartlosen Zwerg gesehen haben - außer, er wäre aus Spott geschoren, und dann würde er leichter an der Schande sterben als an vielen anderen Wunden, die uns wohl tödlicher erschienen.

Denn die Naugrim besitzen Bärte vom Anfang ihres Lebens an, Männer wie Frauen; und in der Tat können jene von anderer Rasse ihre Frauen nicht von den Männern unterscheiden, sei es durch Körpermerkmale, durch die Haltung oder die Stimme, noch auf andere Weise als nur durch eines: daß die Zwergenfrauen nicht in den Krieg ziehen, und daß sie selten aus ihren tiefen Kammern und Hallen hervorkommen, außer in großer Not. Man sagt auch, daß die Zwerge nur wenige Frauen haben, und daß außer ihren Königen und Anführern nur wenige Zwerge jemals heiraten; deshalb vermehrt sich die Rasse langsam und schwindet nun."

* wie alt werden Zwerge:
Heutzutage werden Zwerge bis zu ca. 250 Jahre alt - doch so ein hohes Alter oder sogar ein noch (weit) höheres erreichen tatsächlich nur wenige, obwohl es möglich ist. Die Zwerge aus Durins Volk sind besonders langlebig. Zwerge werden bis ca. 30 Jahre als "jung" betrachtet, erst ab ca. 240 Jahren sieht man ihnen deutlich an, daß sie "alt" sind.

* Architektur der Zwerge:
Zwerge leben bevorzugt in gut geschützten Festungen unter der Erde, vorzugsweise in Bergen (da in diesen auch Erzadern zu finden sind), allerdings nicht in Höhlen oder engen Minenschächten, sondern in großen Hallen mit vielen sehr hellen Lichtern aus Kristall und mit schön gemeißelten Säulen, verziert und ausgelegt mit Edelmetallen und Edelsteinen, verbunden mit vielen Gängen und Treppen, mit Brunnen und Bögen, unterhöhlt mit zahllosen Minenschächten, in denen gearbeitet wird - aber auch mit schön gestateten Terrassen und Türmen auf den Berghängen. Einige Festungen wie Moria hingegen sind absichtlich von außen so unsichtbar wie möglich gestaltet, da sie als Schutzburgen gegen Saurons oder einst gegen Morgoths Horden dienen mußten.

* Hinscheiden der Zwerge:
Die Elben in Mittelerde glaubten früher, die Zwerge kehrten, nachdem sie gestorben in die Erde zurück, und würden wieder zu dem Stein, aus dem sie geschaffen waren; die Zwerge selbst aber glauben dies nicht. Sondern sie sagen, daß Aulё, den sie Mahal nennen, für sie nach dem Tod sorge und sie in Mandos in gesonderten Hallen versammle. Den Zwergen-Vätern soll Aulё einst erklärt haben, Ilúvatar werde sie heiligen und ihnen am Ende einen Platz unter den Kindern gewähren. Dann wird es ihre Sache sein, Aulё zu dienen und ihm nach der Letzten Schlacht Arda wieder aufbauen zu helfen.

Die Zwerge sagen auch, daß die Sieben Väter der Zwerge in ihrem eignen Geschlecht immer wieder zum Leben erwachen und wieder ihre alten Namen tragen; und von diesen war in späteren Altern Durin der ruhmreichste, der Vater jenes Volkes, das den Elben am freundlichsten war und das in Khazad-dûm wohnte.

Zwerge legen ihre Toten nur in steinerne Grabstätten, die sie erst aufwendig bauen, nicht in Erde, und sie singen bei ihrer Begräbnisfeier tief-kehlige Klagelieder.

* Mithril:
Mithril ist der elbische Name von Moria-Silber oder Wahr-Silber. Die Zwerge haben einen Namen dafür, den sie nicht sagen. Sein Wert betrug früher das Zehnfache von Gold und ist jetzt unermeßlich; denn oberirdisch ist wenig davon übrig. Die Adern in Mora erstrecken sich nach Norden zum Caradhras hin und tief hinab in die Dunkelheit. Es wurde von Jahr zu Jahr schwerer zu gewinnen, und die Zwerge mußten immer tiefer graben - bis sie dabei Durins Fluch erweckten.

Zwerge sind aber nicht gieriger nach Mithril als andere Völker auch. Besonders die Noldor-Elben und die Elben aus Lindon liebten Mithril (und Edelsteine). Die Zwerge wußten ein Metall aus Mithril zu machen, das leicht war und trotzdem härter als getemperter Stahl. Die Elben machten unter anderem daraus "ithildin", Sternenmond, das Material, aus dem die Schrift auf Morias Tor war.

Die Schönheit von Mithril glich der von Silber, wurde aber nicht matt oder trüb. Von dem, was die Orks nach der Besiedelung abbauen konnten, hatten sie wohl alles als Tribut an Sauron abgeführt, der das Mithril ebenfalls begehrte. Mithril ist seit dem Verlust der Zwergenbinge Khazad-dûm (Moria) nicht mehr gefördert worden.

Die Gier der Zwerge nach Mithril war allerdings nicht einmal groß genug, um nach der Schlacht von Azanulbizar nach Khazad-dûm zu gehen und dieses für die Zwerge zurückzufordern. Und das, obwohl nur Dain II Eisenfuß durch das Tor von Moria einen Blick auf Durins Fluch im Inneren werfen konnte.

Die Zwerge, die Thráin der Rache wegen den langen Krieg gegen die Orks hindurch treu gefolgt waren, sagten ihm, als er sie aufforderte, mit ihm nach Khazad-dûm zu gehen: "Durins Erbe magst du sein, aber selbst mit einem Auge (Thráin war seit der Schlacht auf einem Auge erblindet und auch lahm geworden) solltest du klarer sehen. Wir führten diesen Krieg um der Rache willen, und Rache haben wir genommen. Aber sie ist nicht süß. Wenn dies Sieg ist, dann sind unsere Hände zu klein, um ihn zu halten."

Und jene, die nicht von Durins Volk waren, sagten: "Khazad-dûm war nicht unseres Vaters Haus. Was bedeutet es uns, es sei denn eine Hoffnung auf Schätze? Aber wenn wir nun ohne den Lohn und das Wergeld, das uns geschudet wird, auskommen müssen, dann werden wir, je eher wir in unsere eigenen Lande zurückkehren, um so froher sein."

Auch Thráins eigene Sippe wollte Thráin nicht in die Minen folgen. Dáin sagte ihm: "Du bist der Vater unseres Volkes, und wir haben für dich geblutet und werden es wieder tun. Aber wir werden Khazad-dûm nicht betreten. Auch du wirst Khazad-dûm nicht betreten. Nur ich habe durch den Schatten des Tors geschaut. Jenseits des Schattens wartet er noch auf uns: Durins Fluch. Die Welt muß sich wandeln, und eine andere Macht als die unsere muß kommen, ehe Durins Volk wieder in Mora wandert." So gingen die Zwerge nach dem Verbrennen ihrer Toten (da es unmöglich war, für so viele steinerne Grabstätten zu bauen) wieder jeder in sein eigenes Land.

Jahre nach diesen Ereignissen aber sprachen die Zwerge von Durins Volk nach der Wiedereroberung von Erebor und dem Wiederaufbau dort doch auch wieder von Moria...

Balin hörte auf das Geflüster und brach mit Ori und Óin und vielen aus Durins Volk von Erebor aus nach Moria auf, das war vor fast 30 Jahren. Eine Zeitlang schickte er Nachrichten, sie hätten Moria betreten und große Arbeiten begonnen. Dann aber trat Schweigen ein und niemand konnte inzwischen (soweit bis jetzt die Handlung im Spiel reicht) herausfinden, was in Moria geschehen war.

Last edited by Angerthas; 07-05-2008 at 10:04 AM.
 
Old 24-04-2008, 12:26 AM   #9 (permalink)
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* Goldgier:
Zwerge lieben vor allem Edelsteine (!) und Dinge, die sie aus Edelmetallen, Erz oder Stein selbst erschaffen. Schöne sehr alte Schmuckstücke aus Zwergenhand faszinieren sie besonders, genauso alte solide Steinbauten - und schöne Tropfsteinhöhlen. Sie stellen auch goldene Musikinstrumente her oder haben früher Zauberspielzeug erzeugt, auf das sie sehr stolz waren. Zwerge sind nicht speziell gierig ausgerechnet nach dem Metall Gold - es sei denn, einer der großen Ringe verführt sie dazu.

Alte Schätze haben in Tolkiens Büchern oftmals einen verderblichen Zauber - nicht nur für Zwerge wie Thorin, der durch den Schatz von Smaug bezaubert und besitzgierig wird, sondern auch für Elben, die dadurch im Ersten Zeitalter sogar bis zum Brudermord gingen. Der Elbenherrscher des Düsterwalds liebt beispielsweise besonders "geschnittene" weiße Edelsteine und Silber. Obwohl sein Hort reich war, war er doch auf immer mehr bedacht, denn noch war sein Schatz nicht so groß wie der von vergangenen Elbenfürsten alter Zeiten. Düsterwald-Elben schürften (laut "kleiner Hobbit") weder Metalle noch Edelgestein, bearbeiteten es auch nicht, trieben nicht Handel und bestellten nicht den Boden.

* Rabenvögel:
Die Zwerge hatten in alten Zeiten gute Beziehungen zu klugen Vögeln, darunter sprechenden großen Raben. Einige Zwerge verstehen die Sprache der Vögel, Drosseln sprechen ihnen aber oft zu schnell. Krähen wiederum mögen die Zwerge nicht leiden und umgekehrt, sie gelten für die Zwerge als rohe, häßliche Gesellen.

Balin aus dem Gefolge von Thorin Eichenschild und von Durins Geschlecht, sprach die Sprache der Vögel und kannte einige Raben persönlich seit der Jugend, darunter ein berühmtes Rabenpaar - den alten Carc und seine Frau, Herrscher der großen Raben bei Erebor. Deren Sohn Roäc, der nachfolgende Herr der großen Bergraben, konnte die Gewöhnliche Sprache sprechen und half Thorin Eichenschild 2941, er schickte seine Raben als Beobachter und auch als Boten zu Dain II Eisenfuß bis in die weit entfernten Eisenberge im Osten aus. Der Rabe Roäc war zu dieser Zeit bereits 153 Jahre alt.

* spezielle Eigenschaften und Eigenheiten:
In anderen Fantasy-Werken und Spielen wurden Zwergen viele Eigenheiten angedichtet, die Tolkien seinen Zwergen nie gegeben hat, darunter das beständige Tragen von Kettenhemden oder die Weigerung, sich mit Seife und Wasser zu säubern, sich statt dessen aber mit stinkendem Öl einzureiben (im alten Rom war es übrigens üblich gewesem, daß sich Männer statt mit Seife mit Öl einrieben und dieses danach vom Körper schabten, auch waren Ganzkörperrasuren an der Tagesordnung gewesen...).

Die "Zwergennase", quasi ein Instinkt, Gold oder Schätze aufzuspüren, ist genauso keine tolkiensche Erfindung wie etwa eine besondere Fähigkeit der Zwerge, Fallen oder Gefahren "erfühlen" zu können. Diese Dinge wurden von anderen Autoren erfunden. Tolkiens Zwerge lehnen keine Magie ab und sind auch nicht selbst magie-unfähig. Im Gegenteil stellten die tolkienschen Zwerge von Thal Zauberspielzeug her; Tolkiens Zwerge erfanden auch die Mondbuchstaben und bauten Türen, die sich durch Losungsworte automatisch öffneten oder nur unter bestimmten Bedingungen sichtbar wurden.

6. Vorgeschichte und Legenden der Zwerge:

Jetzt wird's kompliziert! Vielleicht reicht es ja aus, wenn ihr euch als Zwergenspieler nur merkt, was die Geschichte eures eigenen Hauses (also eures Herkunftsorts) angeht - aber es ist leider anzunehmen, daß alle Zwerge über die wichtigsten Personen, Geschehnisse und Erzeugnisse ihrer Rasse Bescheid wissen...

a) die Erschaffung der Zwerge:

Ilúvatar (= Eru), der Eine Gott, schuf zu Anbeginn die Ainur. Sie spielten eine große Musik, in der die Welt begann, denn Ilúvatar ließ das Lied der Ainur sichtbar werden als ein Licht im Dunkeln. Er erweckte das Gesicht zum Sein und stellte es in die Leere. Das Geheime Feuer wurde ausgesandt, um im Herzen der Welt zu brennen; und die Welt wurde Ea geheißen.

Unter den Ainur waren die Valar die mächtigsten. Diese Geister nahmen irdische Gestalt an und waren an der Erschaffung Mittelerdes wesentlich beteiligt. Sie leben jetzt auf der heute verborgenen Insel Valinor im Westen, wohin die Elben reisen, wenn sie des Lebens auf Mittelerde müde sind. Die Wesen Mittelerdes nennen die Valar ihre "Götter".

Aulё ist einer dieser Valar. Die Zwerge nennen ihn Mahal. Zu Anfang schuf er vieles gemeinsam mit Manwe, dem mächtigsten der Fürsten der Valar. Aulё ist der Erbauer aller Länder, ein Schmied und ein Meister in allen Handwerken. Sein sind die Edelsteine und Metalle, die Wälle der Gebirge, und ihn erfreut jedes kunstreiche Gebilde, ob groß oder klein. Am meisten lernten von ihm die Noldor-Elben und er war immer ihr Freund. Aulёs Gemahlin ist Yavanna, die Spenderin der Früchte und Gestalterin aller Pflanzen.

Es wird in den alten Legenden der Elben erzählt, die Zwerge seien zuerst von Aulё im Dunkel von Mittelerde geschaffen worden; denn so sehr sehnte Aulё die Kinder Ilúvatars herbei, weil er Schüler haben wollte, die er seine Kunst und Wissenschaft lehren könnte, daß er nicht warten mochte, bis Ilúvatars Pläne sich erfüllten.

Aulё schuf die Zwerge genauso, wie sie immer noch sind, weil die Gestalt der Kinder (Ilúvatars), die noch kommen sollten, seinem Geiste nicht klar war und weil Melkors Macht noch über der Erde lag; und er wünschte daher, daß sie stark und unnachgiebig seien. Da er aber fürchtete, die andren Valar könnten sein Werk tadeln, schuf er insgeheim: und als erste schuf er die Sieben Väter der Zwerge in einer Halle unter den Bergen in Mittelerde.

Ilúvatar aber wußte, was geschah, und in der Stunde, als Aulё sein Werk vollbracht hatte und sich freute und eben anfing, die Zwerge in der Sprache zu unterrichten, die er für sie erdacht hatte, da sprach Ilúvatar zu ihm; und Aulё hörte seine Stimme und war still. Und Ilúvatars Stimme sagte zu ihm: "Warum hast du dieses getan? Warum unternimmst du ein Werk, wissend, daß es über deine Kraft und Befugnis geht? Denn von mir hast du als Gabe nur dein eigenes Sein und kein andres mehr verliehen; deshalb leben die Geschöpfe deiner Kunst nur aus deinem Sein; sie bewegen sich, wenn du gedenkst, sie zu bewegen, und wenn deine Gedenken anderswo weilt, stehen sie still, Ist es das, was du begehrst?"

Da antwortete Aulё: "Nicht solche Herrschaft begehrte ich. Ich begehrte Dinge, die anders wären als ich, um sie zu lieben und zu unterweisen, so daß auch sie die Schönheit von Ea erkennen mögen, die du hervorgebracht. Denn mir schien, daß Platz ist in Arda für viele Dinge, die sich darinnen erfreuen könnten, und doch ist sie zum größten Teile noch leer und stumm. Und in meiner Ungeduld bin ich in Wahn verfallen.

Doch das Erschaffen von Dingen liegt mir am Herzen, seit ich selber erschaffen wurde durch dich; und das unverständige Kind, welches spielt, was sein Vater tut, handelt nicht zum Spott, sondern weil es der Sohn seines Vaters ist. Doch was soll ich jetzt tun, daß du mir nicht immerdar zürnest? Als Kind meines Vaters opfere ich dir diese Dinge, das Werk der Hände, die du geschaffen. Tu damit, wie du willst. Doch sollte ich nicht besser dies Werk meiner Anmaßung vernichten?"

Da nahm Aulё einen großen Hammer, um die Zwerge zu zerschmettern, und er weinte. Ilúvatar aber hatte Mitleid mit Aulё und seinem bescheidenen Wunsche; und die Zwerge wichen dem Hammer aus und fürchteten sich; und sie neigten die Köpfe und baten um Gnade. Und Ilúvatars Stimme sagte zu Aulё: "Angenommen habe ich dein Opfer, sobald es gegeben war.

Doch sieh nun, wie diese Dinge eignes Leben haben, und höre, wie sie sprechen mit eigner Stimme! Wenn anders, so wären sie nicht gewichen vor deinem Schlag oder vor allem, was du befiehlst." Da warf Aulё den Hammer hin und war froh, und er dankte Ilúvatar und sagte: "Möge Eru (Ilúvatars anderer Name) mein Werk segnen und verbessern!"

Doch abermals sprach Ilúvatar und sagte: "So wie ich zu Anbeginn der Welt die Gedanken der Ainur wahrgemacht, so habe ich jetzt dein Begehren angenommen und ihm in der Welt einen Platz gewiesen; doch sonst will ich nichts bessern an deinem Werk, und wie du es gemacht, so soll es sein.

Und eins will ich nicht leiden: daß diese hier vor den Erstgeborenen meines Planes kommen, noch darf deine Ungeduld belohnt werden. Sie sollen nun im Dunkel unter dem Stein schlafen und nicht hervorkommen, solange nicht die Erstgeborenen auf Erden erwacht sind; und bis zu diesem Tage sollst du warten und sollen sie warten, mag es auch lange scheinen.

Wenn aber die Zeit da ist, werde ich sie wecken, und sie sollen wie Kinder zu dir sein; und oft wird es Streit geben zwischen den deinen und den meinen, zwischen meinen angenommenen und meinen erwählten Kindern." Da nahm Aulё die Sieben Väter der Zwerge und legte sie an tiefverborgenen Orten zur Ruhe; und er kehrte zurück nach Valinor und wartete, während die langen Jahre immer länger wurden.

Last edited by Angerthas; 07-05-2008 at 09:40 AM.
 
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b) Durins Volk und die 7 "Zwergenstämme":

Der Valar Aulё erschuf 7 Zwergenväter. "Durin der Erste" ist der Name, den die Zwerge für den Ältesten der Sieben Väter ihrer Rasse und den Vorfahren aller Könige der "Langbärte" gebrauchten. Er soll als erster aller Zwerge aus dem Schlaf erwacht sein, der Legenden nach unter dem Gundabadberg, kam in grauer Vorzeit nach Azanulbizar und wohnte in den Höhlen über dem Spielgelsee Kheledzâram im Osten des Nebelgebirges, wo später die Minen von Moria gegründet wurden.

Durin soll im Spiegelsee das Spiegelbild der Sterne am Himmel gesehen haben - Durins Krone - was für ihn ein Zeichen war, sich dort anzusiedeln. Dort lebte er so lang, daß er als Durin der Unsterbliche bekannt wurde. Sein Grab war in Kazad-dûm, und es heißt, er wurde von einem Balrog getötet.

Durins Königs-Geschlecht verbreitete sich weiter und wurde hoch verehrt. Fünfmal wurde ein Erbe seinem Haus geboren, der Durin so ähnlich sah, daß er auch diesen Namen erhielt. Tatsächlich hielten ihn viele Zwerge für die Wiederkehr von Durin den Unsterblichen selbst, der immer wieder zurückkehrte. Als der Gundabadberg von Orks erobert wurde, haßten die Zwerge die Orks dafür abgrundtief - weil der Gundabadberg als Durins Ort des Erwachens galt.

Zu Durins Geschlecht gehörten von den heute berühmten Zwergen auch Thrór, sein Sohn Thráin II und dessen Sohn Thorin II Eichenschild. Außerdem Thorins Bruder Frerin und Thorins Schwester Dís, sowie Dís' Söhne Fíli und Kíli. Auch sind Dáin II Eisenfuß, Fundin und seine Söhne Balin und Dwalin aus Durins Geschlecht, ebenso Òin und Glóin sowie dessen Sohn Gimli.

Nur sehr wenige Zwerge wissen, daß einer der alten großen Zwergenringe, die Sauron zu schmieden half, über seine Vorväter in Thrórs Hände übergegangen war. Manche Zwerge aus der engeren Verwandtschaft hoffen noch heute, daß der Ring vielleicht noch in Khazad-dûm, Moria, zu finden sein könnte, wo Thrór gestorben war. Das bewegte auch Balin insgeheim, nach Moria abzureisen.

Niemand außer Gandalf dem Grauen aber weiß, daß Thrór den Ring an Thráin weitergegeben hatte und daß er diesem unter Foltern in den Verliesen von Dol Guldur vom Hexenkönig, Saurons wiedererwachender Gestalt, abgenommen wurde.

Außer den Langbärten, wie Durins Volk aus Khazad-dûm genannt wird, soll es noch 6 weitere Zwergenvölker geben:

Broadbeams (Breitrücken)
und Firebeards (Feuerbärte), beides Stämme aus Nogrod und Belegost
Stiffbeards (Steifbärte)
und Ironfists (Eisenfäuste) weit aus dem Osten
Stonefoots (Steinfüße)
und Blacklocks (Schwarzlocken) auch weit aus dem Osten

Von den letzten 4 sind leider nur die Namen bekannt, Tolkien selbst berichtet nichts weiter über sie. Viele Ideen über die 7 "Zwergenstämme", wie sie hier beschrieben werden, stammen nicht direkt von Tolkien:
A Short Guide to the Dwarves

Da es sich um 7 Zwergenvölker handelt, steht zu vermuten, daß Sauron die 7 Zwergenringe für jeweils einen Herrscher der Zwerge schuf und diesen gab.

Nur wenige Wesen auf Mittelerde, darunter die Zauberer, wissen, daß 4 der Zwergenringe in Drachenhorten landeten und 3 davon von Sauron wiedererlangt wurden - der letzte wurde Thráin II in Dol Guldur abgenommen, was Gandalf herausfand und nur äußerst wenigen berichtete. Es ist ziemlich sicher, daß nichts davon "gewöhnlichen" Zwergen und schon gar nicht den anderen Völkern bekannt ist.

Eine „Unterart“ der Zwerge waren die Kleinzwerge, die laut Tolkiens Silmarillion mit dem letzten Kleinzwerg Mîm im Ersten Zeitalter ausstarben. Sie waren weit aus dem Osten nach Beleriand gekommen, dort von Elben als vermeintliche Diener des Feindes gejagt und getötet worden, bis sie sie in Ruhe ließen. Aber sie sahen sich selbst durchaus als "richtige" Zwerge an. Über sie mag "normalen" Zwergen gar nichts bekannt sein, womöglich aber einigen Gelehrten unter den Elben.

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